Pferdefütterung: Raufutter, Kraftfutter und Wasser
Die Fütterung ist der wichtigste Faktor, der die Gesundheit, Leistung und das Verhalten des Pferdes beeinflusst. Ein Pferd ist ein Pflanzenfresser, der darauf ausgelegt ist, viele kleine Mengen zu fressen, nicht wenige große Portionen. Dieses Prinzip zu verstehen, verändert die Logik jedes häuslichen Fütterungsplans.
Die Basis ist Raufutter
Zwischen 60 % und 100 % der Diät sollte Raufutter (Heu oder Gras) sein. Ein erwachsenes Pferd benötigt zwischen 1,5 % und 2 % seines Lebendgewichts an Trockenmasse pro Tag. Für ein Pferd von 500 kg bedeutet dies 8-10 kg Heu oder Gras pro Tag. Eine Reduzierung dieser Basis unter 1 % des Lebendgewichts erhöht das Risiko von Magengeschwüren und stereotypen Verhaltensweisen erheblich.
Heuqualität
Gutes Heu erkennt man an seiner hellgrünen Farbe, angenehmem Geruch, Staubfreiheit und Blättern, die beim Handhaben nicht abfallen. Wenn ein Ballen nach Schimmel riecht, staubt oder dunkle Stellen aufweist, sollte er nicht verfüttert werden. Eine Heuanalyse (Protein, Faser, verdauliche Energie) ermöglicht es, die Ration mit realen Daten in Ställen anzupassen, wo es lose gekauft wird.
Kraftfutter: wann und wie viel
Kraftfutter deckt das Energie- und Nährstoffdefizit ab, das das Raufutter nicht liefert, wenn die Arbeit es erfordert. Ein gut mit Raufutter versorgtes Freizeitpferd benötigt es möglicherweise nicht. Ein Sportpferd im Wettkampf schon. Die Faustregel: nie mehr als 2 kg Kraftfutter pro Mahlzeit; große Rationen werden auf 2-3 Mahlzeiten pro Tag verteilt. Mehr als 0,5 kg/100 kg Körpergewicht/Tag Getreide erhöht das Kolikrisiko.
Wasser: das vergessene Nährmittel
Ein Pferd trinkt unter normalen Bedingungen 25-55 Liter pro Tag und im Sommer oder nach Anstrengung bis zum Doppelten. Wasser muss immer verfügbar, sauber und auf einer angemessenen Temperatur sein. Leichte chronische Dehydration ist die stille Ursache vieler Impaktionskoliken. Automatische Tränken ohne Messgerät erschweren es zu wissen, wie viel jedes Pferd tatsächlich trinkt.
Häufige Fehler
Plötzlicher Wechsel von Kraftfutter oder Heu ohne Übergangsphase von 7-10 Tagen. Große Getreiderationen nach intensiver Arbeit geben. Kein kontinuierlicher Zugang zu Raufutter und das Pferd zwingen, lange zu fasten. Ergänzung ohne Diagnose. Kraftfutter mit warmem Wasser anfeuchten und es fermentieren lassen.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft am Tag muss gefüttert werden?
Ideal ist es, Raufutter kontinuierlich oder häufig anzubieten. Das Kraftfutter wird auf 2-3 Mahlzeiten aufgeteilt. Länger als 6 Stunden trocken zu fasten, erhöht das Risiko von Magengeschwüren.
Ist es gut, Äpfel und Karotten zu geben?
In moderaten Mengen ja. Sie sind gut verträgliche Leckerbissen. Sie sollten kein Grundnahrungsmittel ersetzen oder aufgrund ihres Zuckergehalts im Übermaß gegeben werden.
Wie viel kostet es, ein Pferd pro Monat in Spanien zu füttern?
Abhängig von der Region und der Haltung, aber selten unter 150-200 € für Heu und Kraftfutter. Dies ist eine wichtige Information, die man vor dem Kauf eines Pferdes kennen sollte.
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