Das Pferd im Sommer: Hitze, Hydration und Stallmanagement

Der Sommer auf der Halbinsel stellt besondere Herausforderungen an die Pferdehaltung: Tagestemperaturen über 35 °C, intensive Sonneneinstrahlung, Fliegen- und Bremsendruck, sinkende Weidequalität und stille Dehydrierung. Ein guter Sommerplan beugt Hitzschlag, Koliken durch Dehydrierung und Konditionsverlust vor.

Hydration und Wasseraufnahme

Ein erwachsenes Pferd trinkt unter normalen Bedingungen zwischen 25 und 55 Liter pro Tag. Im Sommer kann sich dieser Verbrauch verdoppeln. Wasser sollte immer verfügbar, sauber und auf moderater Temperatur sein (nicht den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt). Wenn das Pferd wenig trinkt, kann man etwas Apfel oder Karotte ins Wasser geben oder das Heu vor dem Servieren anfeuchten.

Arbeitszeiten

Am vernünftigsten ist es, das Pferd am frühen Morgen oder am späten Nachmittag zu arbeiten und die mittleren Tageszeiten zu meiden. Wenn die einzige Möglichkeit darin besteht, in der Sonne zu arbeiten, muss die Intensität der Trainingseinheit reduziert, die Schrittausritte verlängert und intensives Herz-Kreislauf-Training ausgeschlossen werden. Die Reithalle oder der Wald sind Alternativen.

Schatten und Belüftung im Stall

Die Box sollte über eine Querlüftung und, wenn möglich, einen Ventilator verfügen. Nach Süden ausgerichtete Ställe ohne Schutz erreichen im August unerträgliche Temperaturen. Der Zugang zu natürlichem Schatten (Bäume, Unterstände) während der Weidezeiten ist vorrangig, auch wenn dies die nutzbare Weidefläche reduziert.

Umgang mit Fliegen und Bremsen

Der Insektendruck im Sommer verursacht chronischen Stress beim Pferd und kann Dermatitis hervorrufen. Kombinierte Maßnahmen wirken besser als Einzelmaßnahmen: Fliegenmaske, Fliegendecke, zugelassenes topisches Repellent, Mistmanagement (entfernt, abgedeckt) und Fallen. Magendasselfliegen (Habronema) erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Warnzeichen: Hitzschlag

Ein Pferd mit Hitzschlag zeigt schnelle und flache Atmung, dunkle Schleimhäute, trotz Anstrengung wenig Schweiß und eine rektale Temperatur über 40 °C. Dies ist ein Notfall: Man muss die Arbeit unterbrechen, das Pferd in den Schatten bringen, es mit kaltem Wasser übergießen, beginnend mit den großen Venen (Hals, Schulter, Leiste), und sofort den Tierarzt rufen.

Häufig gestellte Fragen

Ist es gut, das Pferd nach der Arbeit im Sommer abzuduschen?

Ja, solange das Pferd nicht in voller Herz-Kreislauf-Belastung ist. Man duscht beginnend an den Extremitäten nach oben und entfernt überschüssiges Wasser mit einem Schweißmesser, damit es nicht durchnässt in der Sonne steht.

Muss man täglich Elektrolyte geben?

Nicht standardmäßig. Elektrolyte sind angezeigt bei starkem, über mehrere Tage anhaltendem Schwitzen oder nach anstrengenden Leistungen. Der routinemäßige, unnötige Einsatz kann den Magen reizen.

Kann das Pferd im Sommer den ganzen Tag weiden?

Das hängt von der Weide und dem verfügbaren Schatten ab. Wenn echter Schatten und Wasser vorhanden sind, ja. Wenn es eine kahle Weide in der Sonne ist, sollte man die Zeiten rotieren, damit das Pferd in den mittleren Stunden in die Box kommt.


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