Kolikarten beim Pferd und wie man sie erkennt
Aufklärerische Inhalte. Ersetzt weder die Diagnose noch die Behandlung durch einen Tierarzt. Bei jedem Anzeichen einer Krankheit sollte immer ein Fachmann konsultiert werden.
Koliken sind der häufigste veterinärmedizinische Notfall beim Pferd und keine einzelne Krankheit, sondern ein Syndrom von Bauchschmerzen mit sehr unterschiedlichen Ursachen. Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten hilft zu verstehen, warum sich einige von selbst lösen und andere eine dringende Operation erfordern. Dieser Leitfaden geht auf diese ein.
Was ist eine Kolik?
Der Begriff Kolik bezeichnet alle Bauchschmerzen beim Pferd. Aufgrund seiner besonderen Verdauungsanatomie (es kann nicht erbrechen und hat einen langen, gefalteten Darm) entwickeln sich einige Koliken schnell zu lebensbedrohlichen Situationen. Deshalb sollte jede Kolik ernst genommen und der Tierarzt informiert werden.
Gaskoliken
Sie gehören zu den häufigsten und oft mildesten. Sie entstehen durch Gasansammlungen im Darm, die zu Blähungen und Schmerzen führen. Sie treten häufig in Verbindung mit plötzlichen Futterumstellungen, übermäßiger Aufnahme von fermentierbaren Futtermitteln oder der Aufnahme von sehr kaltem Wasser auf. Viele lassen sich medizinisch behandeln, erfordern aber eine tierärztliche Beurteilung.
Verstopfungskolik
Sie entsteht, wenn der Darminhalt verstopft und den Transport behindert, häufig durch Dehydrierung, Sandaufnahme, schlechte Zähne oder mangelnde Bewegung. Die stille Dehydrierung im Winter und Sommer ist ein häufiger Faktor. Sie wird in der Regel medizinisch behandelt, aber hartnäckige Fälle können sich komplizieren.
Verlagerung und Torsion
Dies sind die schwersten Koliken. Der Darm verschiebt sich von seiner Position oder verdreht sich um sich selbst, wodurch die Blutversorgung unterbrochen wird. Sie stellen einen chirurgischen Notfall dar: Ohne rechtzeitige Operation ist die Prognose sehr schlecht. Der Schmerz ist oft stark und anhaltend, und der Zustand des Pferdes verschlechtert sich schnell.
Häufige Warnsignale
Unabhängig von der Art gehören zu den typischen Anzeichen: Das Pferd schaut oder beißt seinen Bauch an, scharrt am Boden, legt sich wiederholt hin und steht auf, schwitzt, hört auf zu fressen und zu koten und ist unruhig. Bei jedem dieser Anzeichen sollte das Futter entzogen, das Pferd beobachtet und unverzüglich der Tierarzt gerufen werden.
Häufig gestellte Fragen
Benötigen alle Koliken eine Operation?
Nein. Viele (Gas, leichte Verstopfungen) lassen sich medizinisch behandeln. Verlagerungen und Torsionen erfordern jedoch eine dringende Operation.
Was soll ich tun, während der Tierarzt kommt?
Futter entziehen, das Pferd beobachten und ruhig halten. Den telefonischen Anweisungen des Tierarztes folgen. Nicht selbst medikamentieren.
Kann man Koliken vorbeugen?
Durch Reduzierung der Risikofaktoren: stabiles Futter, immer verfügbares Wasser, regelmäßige Bewegung, Zahnkontrolle und angemessene Entwurmung.