Das Pferd in Galicien: Berge, Wildpferde und die Rapa das Bestas
Galicien hat eine andere Beziehung zum Pferd als der Rest Spaniens: Hier ist das halbwild lebende Pferd, das frei in den Bergen lebt, der Protagonist. Diese Tradition, die mit dem Territorium und jahrhundertealten Ritualen wie der Rapa das Bestas verbunden ist, bildet ein einzigartiges Pferdekulturerbe auf der Halbinsel von großem kulturellem und ethnografischem Wert.
Die Pferde der galicischen Berge
In den Bergen Galiciens leben das ganze Jahr über Herden von Pferden in Halbfreiheit. Diese robusten Tiere, die an das atlantische Klima und das Terrain angepasst sind, grasen frei und sind Teil des galicischen Ökosystems und der Landschaft. Ihre traditionelle Handhabung unterscheidet sich grundlegend von der üblichen Stallhaltung in anderen Regionen.
Die Rapa das Bestas
Die Rapa das Bestas ist ein jahrhundertealtes Ritual, bei dem die Dorfbewohner auf den Berg steigen, die Wildpferde in ein Gehege namens Curro treiben und ihnen dort Mähnen und Schweife schneiden sowie sie kennzeichnen, alles von Hand und ohne mechanische Hilfsmittel. Die Rapa das Bestas von Sabucedo ist eine der bekanntesten und als Fest von touristischem Interesse anerkannt. Es ist ein Spektakel der Stärke, Tradition und Verbindung zwischen Gemeinschaft und Tier.
Der Curro
Der Curro ist das Gehege, in dem die Tiere für die Rapa zusammengetrieben werden. Der Moment des Aloitador (der Person, die sich dem Pferd unbewaffnet stellt, um es zu immobilisieren) ist der intensivste des Rituals. Diese über Generationen weitergegebene Praxis spiegelt eine ganz andere Art der Beziehung zum Pferd wider als die des Sportreitens.
Das reinrassige galicische Pferd
Galicien besitzt eine eigene anerkannte einheimische Rasse, das Caballo de Pura Raza Galega (PRG), das an die Umgebung angepasst und mit diesen Bergpopulationen verbunden ist. Seine Erhaltung ist Gegenstand spezifischer Programme aufgrund seines genetischen und kulturellen Wertes als lebendiges Erbe der Region.
Ethnografisches Erbe
Die galicische Pferdetradition ist vor allem ein ethnografisches Erbe. Sie spiegelt eine ländliche Lebensweise, eine angestammte Beziehung zum Territorium und gemeinschaftliche Rituale wider, die nur wenige Regionen Europas bewahren. Für Pferdeliebhaber erweitert das Kennenlernen dieser Tradition das Verständnis für die Vielfalt der Pferdewelt enorm.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Bergpferde wild?
Sie leben in Halbfreiheit und sind robust, obwohl sie in der Regel Besitzer haben, die sie zu bestimmten Anlässen wie der Rapa handhaben. Sie sind weder vollständig domestiziert noch vollständig wild.
Was genau ist die Rapa das Bestas?
Ein traditionelles Ritual, bei dem die Bergpferde zusammengetrieben werden, um ihnen die Mähnen zu schneiden und sie zu kennzeichnen, alles von Hand. Die von Sabucedo ist eine der berühmtesten.
Gibt es eine galicische Pferderasse?
Ja, das Caballo de Pura Raza Galega, einheimisch und an die Umgebung angepasst, ist Gegenstand von Schutzprogrammen.