Dressurreiten: Lektionen, Figuren und Bewertungskriterien

Die Dressur ist die älteste kodifizierte Reitsportdisziplin mit Wurzeln in der Militär- und Akademischen Reitkunst. Ihr Ziel ist es, die natürlichen Qualitäten des Pferdes durch progressives Training zu entwickeln, das in einer vollständigen Harmonie zwischen Reiter und Pferd mündet. Die Dressur im Hochleistungssport ist kein ästhetisches Ziel, sondern ein technischer Ausdruck.

Niveaus in Spanien

Die RFHE strukturiert die Niveaus von der sozialen Einführung (Schritt, Trab, Galopp, Zirkel) bis zu den FEI-Graden (Prix St. Georges, Intermédiaire I, Intermédiaire II, Grand Prix). Dazwischen liegen die Niveaus 0, 1, 2, 3, 4 und 5, die schrittweise Schulterherein, Traversalen, fliegende Wechsel, Pirouetten und starken Trab einführen.

Hauptfiguren

Schulterherein und Travers sind die ersten ernsthaften Seitengänge. Traversalen im Trab und Galopp entwickeln Flexibilität und Gleichgewicht. Die fliegenden Wechsel im Takt (4er-, 3er-, 2er- und Einerwechsel) sind die Vorstufe zum Grand Prix. Die Galopppirouette sowie Piaffe und Passage sind die höchsten Bewegungen.

Wie wird bewertet

Eine Prüfung wird für jede Figur auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet. Die Hauptkriterien sind: Reinheit der Gänge (Regelmäßigkeit), Schwung, Gehorsam, Haltung und Einwirkung des Reiters. Die Endpunktzahl ist ein Prozentsatz. Über 70 % gelten als internationales Niveau; über 75 % als Weltklasse.

Grundlagenarbeit

Ohne Arbeit am Boden, seitliche Flexibilität, Gleichgewicht in kleinen Zirkeln und Akzeptanz des Gebisses funktioniert keine fortgeschrittene Bewegung. Das Überspringen von Etappen rächt sich immer mit verspannten, unentspannten oder motivationslosen Pferden.

Das Paar zählt

In der Dressur braucht das Pferd Jahre, um aufgebaut zu werden. Ein Reiterwechsel mitten im Prozess bedeutet oft einen erheblichen Rückschritt. Große Paare trainieren 6-10 Jahre zusammen, bevor sie die technische Spitze erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Kann jedes Pferd Grand Prix erreichen?

Nein. Exterieur, Charakter und Mechanik sind entscheidend. Pferde mit guten drei Grundgangarten und mentaler Veranlagung können weit kommen, aber nicht jedes.

Wie lange dauert es, bis ein Pferd auf Niveau 3 ist?

Mit ernsthafter und professioneller Arbeit 3-5 Jahre von Beginn an. Schnellere Fälle verbergen oft Lücken, die sich in höheren Niveaus zeigen.

Ist es notwendig, jeden Tag zu reiten?

Üblich sind 5-6 Tage pro Woche im Wechsel zwischen technischer Arbeit, Ausreiten und Ruhe. Tägliches Reiten ohne Abwechslung ist kontraproduktiv.


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