Ausbildung des jungen Pferdes: der Einreitprozess
Ein junges Pferd anzureiten, ist die heikelste und wichtigste Phase seines Lebens. Die Erfahrungen dieser ersten Monate unter dem Sattel prägen seinen Charakter als Erwachsener. Ein gut durchgeführter Prozess schafft ein selbstbewusstes und leicht zu handhabendes Pferd. Ein schlecht durchgeführter hinterlässt Verhaltensschäden, die ein Leben lang anhalten können.
Alter des Anreitens
In Europa ist es am weitesten verbreitet, mit der Ausbildung zwischen 3 und 4 Jahren zu beginnen. Pferde spät entwickelter Rassen wie PRE oder Friesen werden manchmal erst mit vollendeten 4 Jahren angeritten. Ein früherer Beginn birgt Risiken für die Knochen- und Gelenkreifung. Ein späterer Beginn nach anderthalb oder zwei Jahren stellt kein relevantes technisches Problem dar.
Phasen des Prozesses
Erster Monat: Bodenarbeit, Anbinden lassen, Umgang mit den Hufen, Halfter, Führstrick, Decke. Zweiter Monat: lange Longe, Grasen, erster Sattel, Zügel, erste assistierte Aufstiege. Dritter Monat: erste Schritte im Schritt in einer geschlossenen und bekannten Reitbahn. Danach werden schrittweise Trab, Galopp, Ausritte ins Gelände und grundlegende Lektionen eingeführt.
Bodenarbeit
Sie ist die Basis. Ein Pferd, das den Raum des Menschen respektiert, auf Stimme und Führstrick reagiert und das Manipulieren aller Körperteile zulässt, kommt mit der Hälfte der Arbeit zum Sattel. Das Überspringen dieser Phase ist die häufigste Ursache für spätere Probleme.
Häufige Fehler
Beschleunigung der Fristen aufgrund kommerziellen oder persönlichen Drucks. Überladung des Pferdes mit zu vielen Trainingseinheiten pro Woche. Mehrfacher Reiterwechsel während der Ausbildung. Forcierung fortgeschrittener Arbeiten, bevor die Grundlagen gelegt sind. Ignorieren von Anzeichen von Müdigkeit oder Angst. All dies führt zu Traumata, deren Korrektur Jahre dauert.
Wer sollte das Pferd anreiten?
Idealerweise ein erfahrener, geduldiger und einfühlsamer Berufsreiter. Ein unerfahrener Besitzer, der sein erstes Pferd anreiten möchte, lernt auf Kosten des Tieres und selten mit gutem Ergebnis. Die Investition in einen guten Berufsreiter ist die beste, die man im Sportlerleben des Pferdes tätigen kann.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine vollständige Ausbildung?
Zwischen 3 und 6 Monaten, um ein Pferd im Schritt, Trab und Galopp in der Reitbahn beherrschbar zu haben. Ein ganzes Jahr, um es als solide angeritten zu betrachten.
Ist Natur- oder traditionelles Anreiten besser?
Die Trennung ist künstlich. Es gibt gute und schlechte Berufsreiter in beiden Ansätzen. Wichtig sind der Respekt vor dem Pferd, die individuelle Interpretation und die technische Solidität.
Wie viel kostet ein Berufsreiter?
In Spanien zwischen 400 und 1.000 € pro Monat, je nach Niveau und Stall. Zweifel am Preis klären sich schnell, wenn man das fertige Pferd sieht.
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