Distanzritt (Endurance): körperliche Vorbereitung, Tempo und Vetting

Der Distanzritt ist eine Pferdesportdisziplin, bei der die Ausdauer des Pferdes über Distanzen von 20 km für Einsteiger bis zu 160 km für internationale Eintagesprüfungen gemessen wird. Nicht der Schnellste gewinnt, sondern das Team, das in einem für die Tierärzte akzeptablen Zustand ankommt. Dies verändert die Trainingsmentalität im Vergleich zu anderen Disziplinen grundlegend.

Distanzen und Kategorien

In Spanien werden die Prüfungen in Anfänger (20-40 km), Promotion (40-60 km) und von dort an in offizielle Kategorien bis zu den internationalen 160 km eingeteilt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit hängt vom Niveau ab: Bei Anfängern wird im Schritt und leichten Trab gearbeitet, ohne Zielvorgabe; bei offiziellen Prüfungen liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit je nach Gelände bei 14-18 km/h.

Vetting: die tierärztliche Kontrolle

Jede Phase eines Distanzritts endet mit einer obligatorischen tierärztlichen Kontrolle. Bewertet werden Herzfrequenz (die innerhalb einer bestimmten Zeit auf 64 Schläge pro Minute sinken muss), Hydratation, Schleimhäute, Darmmotilität, Gliedmaßenstellung und Trab an der Hand zur Erkennung von Lahmheiten. Wenn das Pferd nicht besteht, wird es eliminiert. Dies macht die Herzerholung zum Schlüsselindikator der Prüfung.

Progressives Training

Die Vorbereitung eines Distanzpferdes misst sich in Monaten, nicht in Wochen. Die Grundlagenarbeit besteht aus langen Einheiten geringer Intensität auf unterschiedlichem Terrain, zwei- bis dreimal pro Woche, abwechselnd mit Ruhetagen. Der Herzfrequenzmesser ist ein standardisiertes Hilfsmittel: Es wird angestrebt, dass das Pferd in kontrollierten Bereichen arbeitet und lernt, sich schnell zu erholen.

Hydratation und Elektrolyte

Während der Prüfung kann das Pferd durch Schwitzen erhebliche Flüssigkeitsmengen verlieren. Strategische Stopps zum Abkühlen (Schwämme mit kaltem Wasser auf Hals, Schulterblatt und Schenkel) und die vom Tierarzt angeordnete Verabreichung von Elektrolyten gehören zur Routine. Freies Wasser wird an jeder Versorgungszone angeboten.

Ausrüstung des Reiters und Assistenz

Leichter Distanzrittsattel, saugfähige Schabracke, lange Zügel, zugelassener Helm und bequeme Kleidung sind grundlegend. Das Assistenzteam (mindestens zwei Personen) bereitet Eimer, Schwämme, Thermodecken und Pferdefutter an jeder Kontrollstelle vor. Ohne ein gut organisiertes Bodenteam kann eine mittelschwere Prüfung nicht sicher abgeschlossen werden.

Häufig gestellte Fragen

Eignet sich jedes Pferd für Distanzritte?

Nein. Die am häufigsten verwendeten Rassen sind Araber, Anglo-Araber und Kreuzungen mit arabischem Blut aufgrund ihrer Ausdauer und Herz-Kreislauf-Erholung. Andere Rassen können für Anfängerprüfungen eingesetzt werden, aber die langen Prüfungen sind sehr anspruchsvoll.

Wie lange dauert es, bis ein neues Pferd für 40 km bereit ist?

Unter normalen Bedingungen dauert es sechs bis neun Monate systematischer Vorbereitung, vorausgesetzt, es handelt sich um ein gesundes Pferd mit einer vorherigen Grundausbildung. Eine Verkürzung dieser Frist erhöht das Verletzungsrisiko.

Was passiert, wenn mein Pferd sich bei der Kontrolle nicht erholt?

Es wird von der Prüfung ausgeschlossen. Dies ist kein Scheitern des Teams, sondern ein Schutz des Pferdes. Es ist ratsam, die Bedingungen zu notieren und den Trainingsplan zu überprüfen.


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